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Wettbewerb Familienfreundliches Unternehmen in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach 2014

Das Handlungsfeld Arbeitsmarkt im Amberger Bündnis für Familie führte im Jahr 2014 zum zweiten Mal den Wettbewerb „Familienfreundliches Unternehmen“ durch. Die erste Durchführung fand im Jahr 2010 statt.

Bei einem Wettbewerb gibt es immer Gewinner. Verlierer gibt es bei diesem speziellen Wettbewerb jedoch nicht. Jede Bewerbung hat die Jury stark beeindruckt! Insgesamt haben sich 16 Unternehmen beworben. Das klingt erst einmal nicht besonders viel wenn man sich den gesamten Arbeitsmarkt in der Region ansieht. Dennoch bedeutet es eine Steigerung von 60% gegenüber dem Jahr 2010, in dem der Wettbewerb erstmalig durchgeführt wurde. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass vergleichbare Wettbewerbe in erheblich größeren Städten eine ähnliche Teilnehmerzahl erreichen, sieht man, dass unsere Region sich in Bezug auf Familienfreundlichkeit nicht verstecken muss.

Familienfreundlichkeit trägt entscheidend sowohl zur Attraktivität von Kommunen als auch zur Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen auf ihrer Suche nach Fachkräften bei. Der Schlüssel für ein familienfreundliches Klima ist dabei in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu suchen. Dieses Gebot hat sich somit zu einem wichtigen Strategiethema für die Stadt Amberg und seine heimischen Unternehmen und Betriebe entwickelt. Dabei kann von einer nahezu gleichen Lage der Interessen zwischen der Politik, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft ausgegangen werden.

Das gemeinsame Ziel ist es daher, Rahmenbedingen zu schaffen, die den Anforderungen gut ausgebildeter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit den verschiedensten Familienmodellen gerecht werden. Dabei rückt neben der Kinderbetreuung, auch immer mehr die Betreuung von zu pflegenden Angehörigen in den Fokus. Sicherlich haben bereits viele Amberger Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt und zählen familienfreundliche Maßnahmen, wie z.B. flexible Arbeitszeiten oder Teilzeitangebote, zum festen Bestandteil ihrer Personalpolitik. Die wenigsten kommunizieren diese Personalpolitik allerdings nach außen, was jedoch die Grundvoraussetzung dafür wäre, ein entsprechendes Unternehmensimage zu erwerben bzw. als familienfreundliche Region wahrgenommen zu werden. Umso erfreulicher ist es, dass sich die Unternehmen an diesem Wettbewerb beteiligt haben, der genau an dieser Stelle ansetzt und sowohl das Image einer familienfreundlichen Region stärk, aber auch die Unternehmen in Ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

Die Themenverantwortlichen des Handlungsfeldes Familie und Arbeitswelt im Amberger Bündnis für Familie sind:

  • Dorothea Seitz-Dobler (Agentur für Arbeit Schwandorf, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt)
  • Johann Schmalzl (Geschäftsführer IHK-Geschäftsstelle Amberg-Sulzbach)

Die Jury des Wettbewerbs besteht aus:

  • Dorothea Seitz-Dobler (Agentur für Arbeit Schwandorf, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt)
  • Johann Schmalzl (Geschäftsführer IHK-Geschäftsstelle Amberg-Sulzbach)
  • Michaela Mußemann (Donum Vitae Amberg)
  • Marianne Gutwein (Sozialdienst Katholischer Frauen Amberg)
  • Tobias Berz (Stadt Amberg, Bündnis für Familie)


Ein herzliches Dankeschön gilt auch Herrn Peter Hellerbrand von der Amberger Zeitung, der für die Gewinner der drei Kategorien einen redaktionellen Beitrag und einen Anzeigengutschein für die Familienzeitung „Abenteuer Familie“ beisteuert. Genau auf diese Weise erreicht man die Öffentlichkeit und auch andere Unternehmen mit dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Vielen Dank auch an alle 16 Bewerber, welche die strategische Bedeutung des Themas Familienfreundlichkeit erkannt haben. Nach dem Dafürhalten der Jury dürfen sich daher alle als Trendsetter bzw. als Schrittmacher einer familienorientierten Standort- und Unternehmenspolitik begreifen.

Gewinner in der Preiskategorie bis zu 50 Mitarbeiter/-innen: medifit

Der Gewinner in der Preiskategorie bis zu 50 Mitarbeiter/-innen im Wettbewerb Familienfreundliches Unternehmen in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach ist:

medifit
Merkl Medisport GmbH
aus Kümmersbruck

Das Unternehmen bietet seinen aktuell 49 Beschäftigten (41 Frauen und 8 Männer) in vielfältiger Form  Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf an.

Bei der Arbeitszeitgestaltung bietet medifit höchste Flexibilität. Flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten, Gleitzeiten und individuell vereinbarte Arbeitszeiten gehören ebenso dazu, wie ein Jahresarbeitszeitmodell, das den Mitarbeitern die Möglichkeit bietet Überstunden anzusparen und anschließend auch für einen längeren Zeitraum zu pausieren.

Von den Insgesamt 49 Beschäftigten arbeiten 23 Mitarbeiter in Teilzeit. Und auch hier gibt es viele individuelle Teilzeitmodelle die auf Betreuungszeiten und familiäre Bedürfnisse abgestimmt werden. Auch ein Familienjobsharing wird angeboten, wenn beide Ehepartner in der Firma beschäftigt sind.

Derzeit befinden sich bei medifit 4 Beschäftigte in Elternzeit. Auch hier erfahren die Mitarbeiter hervorragende Betreuung. Es werden Informations- und Planungsgespräche vor Beginn der Elternzeit durchgeführt, bei denen auch auf rechtliche Rahmenbedingungen wie Mutterschutz, Elterngeld und Elternzeit eingegangen wird. Während der Elternzeit erhalten die Mitarbeiter regelmäßig Informationen aus dem Unternehmen, um weiterhin Kontakt zu halten. Sehr lobenswert ist, dass den Mitarbeitern auch während der Elternzeit Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung gegeben werden. Zur Planung und Unterstützung des beruflichen Wiedereinstiegs bietet medifit flexible Arbeitszeitmodelle an. Auch Beschäftigten in Teilzeit werden die gleichen Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten geboten. Von 8 Führungspositionen sind 2 in Teilzeit besetzt.

Besonders erfreulich ist, dass medifit seinen Mitarbeitern einen Kinderbetreuungszuschuss bietet und damit eine schnelle und spürbare finanzielle Entlastung. Bei auftretender Pflegebedürftigkeit von Angehörigen werden Beratungs- und Vermittlungshilfen angeboten.

In Bezug auf die Ferienbetreuung und Betreuungsnotfälle hat sich die Jahresarbeitszeit als ideales Mittel bei medifit etabliert. Für kurzfristigen Betreuungsbedarf steht außerdem ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer und ein Spielzimmer zur Verfügung. Einige Tage Sonderurlaub können bei komplizierten dringenden Fällen in Anspruch genommen werden.

Gratulationen zu besonderen Anlässen, vielfältige Angebote im Bereich Gesundheitsförderung sowie Betriebsfeste und Ausflüge runden das Angebot ab. Die Firmenphilosophie von medifit lautet: Zuverlässigkeit, Engagement, Flexibilität, kurz: QUALITÄT.

Mit ihrer Bewerbung an diesem Wettbewerb liefert medifit einen gelungenen Nachweis dafür, dass es sich bei dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf um keine Domäne von großen Unternehmen handeln muss. Sie ist damit auch beispielgebend für die vielen kleinen und mittleren Unternehmen in unserer Region. 

Gewinner in der Preiskategorie bis zu 250 Mitarbeiter/-innen:Wohnungsbau und Siedlungswerk Werkvolk eG

Der Gewinner in der Preiskategorie bis zu 250 Mitarbeiter/-innen im Wettbewerb Familienfreundliches Unternehmen in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach ist:

Wohnungsbau und Siedlungswerk Werkvolk eG

Das Unternehmen hat derzeit 53 Mitarbeiter/-innen (31 Frauen und 22 Männer) und ist damit knapp in die Kategorie 51 – 250 Mitarbeiter gerutscht. 17 der Mitarbeiter arbeiten in Teilzeit.

Die Vertrauensarbeitszeit ist Grundlage der Unternehmensphilosophie. Im Rahmen einer Gleitzeitregelung unter Beachtung der zur Kundenbetreuung notwendigen Kernzeiten, können die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit vollständig frei und eigenverantwortlich einteilen. Wichtig für das Unternehmen ist nicht wann jemand arbeitet, sondern dass die Ziele zum vereinbarten Zeitpunkt erreicht werden.

Mitarbeiter, die nicht ich der Kundenbetreuung vor Ort tätig sind, haben die Möglichkeit  der Telearbeit. Hierzu wird vom Unternehmen ein Home-Office inkl. Anschluss an das Firmen-Intranet eingerichtet. So können die Mitarbeiter tageweise mit freier Zeiteinteilung von Zuhause aus arbeiten. Gerade in Bezug auf die Betreuung von Kindern bzw. zu pflegenden Angehörigen, bietet dies einen enormen Flexibilitätsvorsprung.

Besonders erwähnenswert ist die Möglichkeit der Teilzeitausbildung bei Werkvolk. Gerade für junge Mütter, bietet es oftmals die einzige Möglichkeit, neben der Kindererziehung noch eine Berufsausbildung zu absolvieren. Diese Möglichkeit wird leider in noch viel zu wenigen Unternehmen angeboten. Aktuell hat gerade die erste Auszubildende ihre Teilzeitausbildung als Bürokauffrau erfolgreich abgeschlossen und erwartet jetzt ihr 3. Kind.

Job-Sharing gehört bei Werkvolk ebenso zum Alltag, wie eine familiengerechte Urlaubs- und Brückentagsplanung. Bei einem speziellen „Freitagsmodell“, haben die Mitarbeiter die Möglichkeit sich mit Überstunden ein verlängertes Wochenende zu gönnen.

Bei kurzfristigen Engpässen bei Kinderbetreuung bzw. Pflege, ist es möglich kurzfristig von der Arbeit freigestellt zu werden. Besonders beeindruckt hat uns, dass für eine Mitarbeiterin ein eigenes Lebensarbeitszeitkonto entwickelt wurde, als dies aufgrund einer Erkrankung in der Familie nötig wurde. Dies ist Flexibilität wie sie absolut wünschenswert ist.

Werkvolk hat noch etwas im Angebot, das sicherlich nicht für alle Unternehmen umsetzbar ist, aber umso erfreulicher, dass dies hier geschieht: Einen betriebseigenen Montessori-Kindergarten. Hier werden vorrangig die Kinder der Beschäftigten aufgenommen, bei Bedarf können auch Kinder von Mitarbeitern kurzfristig betreut werden (z.B. in Ferienzeiten). Dies ermöglicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf selbstverständlich hervorragend und beispielhaft! Falls einmal nötig, können Eltern die Kinder aber auch einmal mit ins Büro bringen. Eine eigene Spielecke steht hierfür bereit.

Werkvolk hat uns mit seiner Bewerbung überzeugt! Dem Unternehmen ist es wichtig, dass sich die Angestellten an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen und entspannt Familie und Beruf organisieren können. Für die Jury ist es sehr klar geworden, dass das Erfordernis der Familienfreundlichkeit hier  längst als ein integrativer Bestandteil einer modernen Personalpolitik angesehen wird.

Gewinner in der Preiskategorie über 250 Mitarbeiter/-innen: Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

Der Gewinner in der Preiskategorie über 250 Mitarbeiter/-innen im Wettbewerb Familienfreundliches Unternehmen in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach ist:

Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

Zugegeben, Unternehmen in der Größenordnung ab 250 Arbeitnehmer haben ganz andere Möglichkeiten in Bezug auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass gerade ab einer gewissen Unternehmensgröße die Umsetzung erheblich schwieriger sein kann, da die Betriebsabläufe eine ganz andere Komplexität haben, als in kleinen Unternehmen.

Die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden hat aktuell 276 Mitarbeiter, wovon allein 70 in Teilzeit angestellt sind. Dass Familienfreundlichkeit in der Hochschule einen sehr hohen Stellenwert einnimmt, zeigt auch die Teilnahme am „audit familiengerechte Hochschule“ im Jahr 2010, wodurch mit dem „Zentrum für Gender und Diversity“ sogar personelle und finanzielle Ressourcen geschaffen wurden. Mit dem Prozess der Re-Auditionierung „Optimierung“ im Jahr 2014, erweiterte sich das Aufgabengebiet hier nochmals, z.B. um das Thema Inklusion. Auch hier sieht man, dass die OTH beispielhaft vorangeht.

Flexible Arbeitszeiten, Gleitzeit mit Kernarbeitszeit, Alternierende Telearbeit, familienbedingte Teilzeitmodelle, lebensphasenorientierte Arbeitszeit, Altersteilzeit, Jahres-Arbeitszeit, Vertrauensarbeitszeit, Jobsharing, Sonderurlaub, Sabbatical, Familienservicestelle, Eltern-Kind-Arbeitsplatz, Eltern-Kind-Arbeitszimmer, Konzept zur Notfall-Kinderbetreuung. Viele Begriffe, die  in der OTH aber tatsächlich alle gelebt werden. Man sieht: Flexibilität ist hier das Motto!

Hervorzuheben ist ganz besonders die Hochschulnahe KITA Campus Kids, die wie bereits bei Werkvolk, maximale Flexibilität im Arbeitsalltag gewährleistet! Aber auch beispielsweise das Angebot einer psychologischen Beratung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind keine Selbstverständlichkeit für Unternehmen in dieser Größenordnung.

Die Maßnahmen sind so umfassend, dass ich hier gar nicht alles aufzählen kann. Die Hochschule arbeitet hier äußerst professionell und anhand von klaren Richtlinien und Checklisten. Dazu gehört auch, das Führungspersonal regemäßig für dieses Thema zu sensibilisieren und zu schulen. Ein regemäßiger Austausch und Reporting in Führungsgremien zeigt außerdem, dass Familienfreundlichkeit auf allen Ebenen von höchster Bedeutung in der OTH ist.

Zusammenfassend gelangt die Jury zu dem Fazit, dass die OTH ein familienfreundliches Angebot auf höchstem Niveau für seine Beschäftigten bereit hält, wobei das Gesamtkonzept ständig durch neue und innovative Maßnahmen ergänzt und optimiert wird. Die OTH ist daher ein weithin sichtbarer Leuchtturm einer familienfreundlichen Unternehmenskultur in unserer Heimatregion. Mit dieser Auszeichnung möchte die Jury der OTH und seinen vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Thema mit sehr viel persönlichem Engagement und Einsatz vorantreiben, Dank und Anerkennung aussprechen. 

Anerkennungsurkunden

Neben den drei Gewinnerunternehmen, wurden alle anderen 13 Unternehmen mit einer „Anerkennungsurkunde“ ausgezeichnet.

Kategorie bis 50 Mitarbeiter:

  • Donum Vitae in Bayern e.V., Beratungsstelle Amberg
  • ifg - Institut für Gesundheit und Management Sulzbach-Rosenberg
  • Rechtsanwälte Dr. Schatz und Kollegen

Kategorie 51 – 250 Mitarbeiter:

  • Landgericht Amberg
  • 37 grad dialog GmbH
  • Stadtwerke Amberg GmbH (heute leider nicht anwesend)

Kategorie ab 251 Mitarbeiter:

  • Sparkasse Amberg-Sulzbach
  • Siemens AG
  • Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung, Kreisvereinigung Amberg-Sulzbach e.V.
  • Stahlgruber GmbH Logistikzentrum
  • Amberger Koalinwerke Eduard Kick GmbH & Co. KG
  • Klinikum St. Marien Amberg
  • Grammer AG